UH1 10 Umsetzungshilfen für die Krisenkommunikation

UMSETZUNGSHILFE Nr. 1

10 Umsetzungshilfen für die Krisenkommunikation

 

August 2009, UH als PDF downloaden

Die Gerüchteküche brodelt, der Chef meidet die Kantine und lässt sich verleugnen; dann ist dies für die Mitarbeiter ein sicherer Indikator für aufziehende Probleme. Die Anzahl der Gespräche und Meetings hinter verschlossenen Türen nimmt zu. Die Vorgesetzten sind plötzlich nicht mehr erreichbar. Die Mitarbeiter bemerken jede Verhaltensänderung ihrer Führungskräfte und beobachten in schwierigen Zeiten besonders sensibel die Bewegungen und Handlungen der Chefs.

Gerade wenn das Klima ungemütlich wird, ist der Kommunikations- und Führungsbedarf besonders hoch. Die Gerüchteküche füllt das Kommunikationsloch der Vorgesetzten immer zuverlässig aus.

Der Druck auf Führungskräfte zu Krisenzeiten ist hoch. Auf der einen Seite müssen mitunter unangenehme Entscheidungen getroffen und kommuniziert werden. Auf der anderen Seite sind sie weiter auf die Unterstützung und Loyalität der Belegschaft angewiesen. Gerade in der wirtschaftlich angespannten Situation wird Ihr Wettbewerb noch stärker von ihren Schwächen profitieren wollen!

Mit den folgenden 10 Umsetzungshilfen vermeiden Sie als Führungskraft die typischen Fehler in Krisenzeiten:

1. Präsenz zeigen.

Erhöhen Sie Ihre Erreichbarkeit und verstecken Sie sich nicht in Ihrem Büro. Geben Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeiten die aktuelle Situation mit Ihnen zu besprechen. Offene-Tür-Kultur ist in Krisenzeiten besonders wichtig, aber auch hohe Präsenz an den öffentlichen Plätzen (Kantine, Pausenräume, Eingangsbereich).

2. Persönliche Kommunikation.

Persönliche Kommunikation ist gerade in Krisenzeiten E-Mail-Kommunikation deutlich überlegen, da Sie die Reaktion auf Gesagtes direkt erhalten. Augenkontakt ist wichtig. Ihr Mitarbeiter bemerkt wie schlecht die Lage ist, wenn Sie auf seine Schuhe schauen und nicht in seine Augen!

3. Verständnis wecken.

Erklären Sie Ihren Mitarbeitern die Situation transparent und nachvollziehbar. Erläutern Sie warum Veränderungen erforderlich sind. Jede schlechte Erklärung ist besser als keine Erklärung.

4. Vorhersagbarkeit.

Indem Sie rechtzeitig im Vorfeld die Notwendigkeit unangenehmer Entscheidungen ankündigen, vermeiden Sie permanente Angstzustände innerhalb Ihrer Belegschaft. Ihre Mitarbeiter lernen durch rechtzeitige Vorankündigung, dass sie nicht ohne Vorwarnung mit unangenehmen Entscheidungen rechnen müssen. Die Alternative hierzu ist permanente Angst.

5. Wiederholungen.

Wiederholen Sie Ihre Kernaussagen immer wieder. Studien haben nachgewiesen, dass wir Neuigkeiten bis zu sechs Mal hören müssen, um sie zu verinnerlichen. Kommunizieren Sie so häufig es geht, sowohl schriftlich als auch mündlich.

6. Mitgefühl zeigen.

Als Vorgesetzter haben Sie bei der Verarbeitung der schwierigen Situation ihren Mitarbeitern gegenüber einen zeitlichen Vorsprung. Sie mussten sich schließlich schon vor der Kommunikation an ihre Mitarbeiter mit der Situation auseinander setzen. Nehmen Sie also Rücksicht darauf, dass Ihre Mitarbeiter mit den schlechten Nachrichten das erste Mal konfrontiert werden. Zeigen Sie Mitgefühl und Verständnis für die äußerst unangenehme Situation Ihrer Mitarbeiter.

7. Ehrlich sein.

Informieren Sie möglichst transparent über die aktuelle Situation. Natürlich hoffen Ihre Mitarbeiter auf positive Nachrichten. Setzen Sie Ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel, indem Sie unangemessenen Optimismus verbreiten. Bereiten Sie Ihre Mitarbeiter darauf vor, dass sich Ihr Arbeitsumfeld ändern wird und die Rückkehr zum früheren Status sehr unwahrscheinlich ist.

8. Seien Sie fair.

Behandeln Sie Ihre Mitarbeiter auch in schwierigen Situationen mit Respekt. Im Kündigungsfall wird die Loyalität und Produktivität der im Unternehmen verbleibenden Mitarbeiter durch Ihr Verhalten den ausscheiden Mitarbeitern gegenüber beeinflusst.

9. Nicht in letzter Minute kündigen.

Wenn Kündigungen erforderlich sind, warten Sie nicht bis zur letzten Minute. Wenn Ihre Mitarbeiter feststellen, dass ihnen für Ihre Lebensplanung wichtige und hilfreiche Informationen vorenthalten wurden, entsteht eine Spirale des Misstrauens, die sehr destruktiv und noch über Jahre Spuren hinterlassen kann.

10.  Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen.

In schwierigen Situationen (z. B. Kündigungsgespräch) gibt es zwar keine Alternativen bezüglich Was zu tun ist. Aber geben Sie Ihren Mitarbeiter ein Stück Gestaltungsmöglichkeiten beim Wie und Wann.
Viel Erfolg bei der Umsetzung!
Enrico Briegert & Thomas Hochgeschurtz
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